Archive for the ‘Allgemein’ Category

… like librelist.com?

Freitag, Februar 11th, 2011

Sure, you get what you”ve paid for, but I think this is priceless:

http://librelist.com/browser/meta/2011/2/11/hyphens-in-list-names/

Fremdsporteln

Samstag, Juli 3rd, 2010

Heute ist wieder Fremdballern bei der Gruppensportschau angesagt. Die Schlaueren unter uns nennen’’s einfach beim richtigen Namen: autofreier Samstag.

IT-Kompetenz für Auszubildende?

Montag, August 13th, 2007

Gestern in den Heute-Nachrichten: Auszubildende haben mangelnde IT-Kompetenz. Ein Mitarbeiter der Druckbranche meint: “Bald sind alle Maschinen mit Touch-Screen ausgerüstet, um sie besser einstellen zu können.” Da ist dann IT-Kompetenz gefragt, klar.

Ein Sprecher der deutschen Niederlassung der Firma Microsoft meint, die Auszubildenden bräuchten vor allem Kompetenz in den Bereichen Textverarbeitung und Tabellenkalkulation. Klar. Wie praktisch, dass seine Firma in diesen Bereichen zufällig gerade mit hochpreisigen Produkten den Markt beherrscht.

Leider mal wieder ein völlig uninformierter Beitrag zum Thema Bildung, Ausbildung und IT-Kompetenz. Dabei ist das doch gar nicht so schwer. Um eine Spezialanwendung bedienen zu können, helfen IT-Kenntnisse überhaupt nichts. Das wird ohnehin vor Ort gelernt. Mausschubsen und Menü-Klick-Know-How sind dabei nämlich nicht die höchste Hürde, insbesondere nicht bei der Bedienung per Touch-Screen. Und um “mit Computern umgehen” zu können, ist “IT-Kompetenz” sicherlich auch nicht nötig. Bei der aktuellen Benutzerfreundlichkeit von Systemen wie Kubuntu (oder KDE allgemein) oder aktuellen Web-Browsern wie Firefox und Opera sind auch Computerneulinge schnell gut aufgehoben.

Ein Problem ist da schon eher, dass Firmen sich viel zu oft auf die sogenannten “Standardprodukte” aus dem Hause Microsoft verlassen, die durch ihre seit Jahren unveränderten Fehler und Inkompatibilitäten das Arbeiten unnötig erschweren. Hier ist der eigentliche Ort, an dem mehr IT-Kompetenz gefragt wäre.

Das immerhin am Rande des Berichts angeschnittene Problem, dass Auszubildende auch zu wenig Erfahrung mit dem Internet besitzen (klarer Fall: “fehlende Internet-Kompetenz”), lässt sich da schon eher als Problem erkennen. Immer mehr Stellenausschreibungen werden nur noch über die Web-Seite des Betriebes publiziert. Eine gute Online-Bewerbung gilt in manchen Branchen durchaus als Pluspunkt, aber in jedem Fall macht es der Online-Auftritt des zukünftigen Arbeitgebers den Bewerbern wesentlich einfacher, ihre Bewerbung zielgenau auf das Unternehmen zuzuschneiden - in jedem Fall ein klarer Vorteil. Und auch dem zukünftigen eigenen Internetaustritt der selbst gegründeten Firma ist etwas Medienkompetenz und Erfahrung mit Web-Seiten und der Kommunikation über Internet-Dienste sicherlich nicht abträglich, selbst wenn die eigentliche Erstellung des Web-Auftritts in Auftragsarbeit erfolgt.

Das wirkliche Problem ist also nicht mangelnde “IT-Kompetenz”, sondern Defizite im Umgang mit Medien. Das Herausfiltern von relevanten (”echten”) Informationen aus mehr oder weniger umfangreichen Berichten, Texten und Web-Auftritten, sowie das Präsentieren von Informationen in gut verständlicher oder vielleicht auch mal tendenziöser Form. Themen, die seit etlichen Jahren unverändert die Wunschanforderungen an die Lehrpläne dominieren und die auch Einzug in zahlreiche Bildungsstudien gefunden haben (Stichwort “Pisa”). Aber ein Schrei nach mehr “IT-Kompetenz” klingt natürlich gleich viel wichtiger und drängender, klar. Schade nur, dass große Worte leicht mal die wirklich großen Probleme in den Hintergrund treten lassen.

Deutschland einig Raucherland

Mittwoch, Februar 28th, 2007

Warum nur funktioniert der Raucherschutz in diesem Land so gut? Müssen Nichtraucher denn wirklich in irgendwelche Ecken abgedrängt werden? Warum kann ich mir ein Restaurant nicht danach aussuchen, was es dort zu essen gibt, oder wie es drinnen aussieht, oder mit wem ich dort hin gehen möchte? Warum muss ich immer erst rückwärts wieder herausfallen, um zu merken, dass ich die dicke Luft darin heute abend doch nicht mehr mit der Machete zertrennen möchte?

Natürlich kann ich Stammgast im Café Ignaz in München werden, dem wahrscheinlich ohnehin besten Restaurant/Café/Konditor in der Stadt. Aber vielleicht möchte ich ja auch in anderen Städten hin und wieder mal ausgehen. Oder auch einfach mal zum Italiener oder zum Türken um die Ecke gehen. Zumindest in Italien gibt es inzwischen Gesetze, die mir das erlauben würden. Aber der Italiener in Italien ist eben nicht gerade um die Ecke.

Was mache ich zum Beispiel, wenn mal ein Geschäftsessen ansteht? Natürlich kann ich vorher quer durch die Stadt telefonieren und irgendwie versuchen, ein halbwegs akzeptables Restaurant zu finden. Um dann zu merken, dass entweder ich oder mein Gegenüber mit der Küchenwahl nichts anfangen kann. Und der Koch des 20qm Lokals auch nicht gerade auf die Schnelle mal das Menü umstellen kann.

Ich habe das Gefühl, Restaurants in diesem Land haben gar keinen Anreiz zum Nachdenken, weil sie sich sowieso alles erlauben können. So sind beispielsweise in den letzten Jahren die Preise in ausgewählten Lokalitäten dermaßen exorbitant gestiegen - und die Küche musste trotzdem nicht schließen. Stecken die wirklich so viel Geld in Marketing? Neulich war ich in Bonn im Opera, einem türkischen Restaurant nahe der Oper. Dort gibt es einen gemischten Vorspeisenteller ab zwei Personen, der mit 8 Euro zu Buche schlägt. Pro Person, versteht sich. Und weil die türkische Spezialitätenküche ja für ihre guten Vorspeisen bekannt ist, schlägt mensch dort natürlich auch gerne zu. Und muss sich doch etwas wundern, wenn dann ein schmales, längliches Tellerchen zentral auf dem Tisch plaziert wird, mit einer Messerspitze einzeln abgezählter Eisbergsalathäcksel, fünf Champignons, zwei geschnittene Auberginenscheiben mit Soße und noch ein paar einzeln abgezählten Leberbällchen. Nicht gerade die bekanntesten Spezialitäten der türkischen Küche - aber auch nicht gerade das, was mensch so für 16 Euro erwartet. Klar, dass es dafür am Ende auch noch ordentlich Trinkgeld gibt.

Muss ich erwähnen, dass dieses Lokal natürlich über eine Nichtraucherecke verfügt? In der sich einem schon vom Nasenöffnen der Magen verdreht, weil die kaum merkliche Lüftung sich mit Kraft daran macht, aus dem offenen Raucherbereich nebenan den Giftmüll im ganzen Raum gleichmäßig zu verteilen.

An solchen Abenden fällt mir eigentlich nichts mehr ein. Wie viele Monate kann ein Mensch ohne Nahrung überleben? Und wie viele Minuten ohne Luft? Sollte da nicht irgendwo mal eine Priorisierung stattfinden?

Ach ja, natürlich. Die findet ja statt. Neulich im Insel-Hotel in Bad Godesberg. “Ich bin heute Nacht aufgewacht, weil in meinem Nichtraucherzimmer der Rauch in Schwaden unter der Tür durchgezogen ist.” - “Oh, das tut uns natürlich leid. Von hier unten aus der Bar kam es ganz bestimmt nicht, das zieht ja nicht bis da oben rauf.” - “Haben Sie schonmal darüber nachgedacht, das Hotel insgesamt rauchfrei zu machen, nicht nur einzelne, handverlesene Zimmer?” - “Na, ich bin ja selbst Nichtraucher. Aber das würden unsere langjährigen, rauchenden Kunden nicht mitmachen. Sie hätten hören sollen, wie die sich beschwert haben, als wir den Frühstücksraum rauchfrei gemacht haben.” Moment, der Frühstücksraum? Der war nicht immer rauchfrei? Und was heißt eigentlich rauchfrei, wenn direkt daneben der Bar-Bereich ist, von dem aus noch der Gestank des letzten Abends herüber zieht? “Wir fänden es ja auch besser, wenn die Regierung das durchsetzen würde.” - “Was ist eigentlich mit der freiwilligen Selbstverpflichtung des Gastronomieverbandes?” - “Ja, die wollten das ja auch machen.” Aha. ‘Die’. Klar. Na ja, die Priorisierung hatte ich dann doch verstanden.

Ist es denn so falsch, zu meinen, dass Tabakrauch in der Lunge von Rauchern wesentlich besser aufgehoben ist als in der von Nichtrauchern? Sollte es da nicht so etwas geben wie ein Recht auf Selbstbestimmung? Ich meine, eines, wo ich auch ernsthaft entscheiden kann, weil ich die Wahl habe. Und mit Wahl meine ich nicht: “gehe ich essen oder nicht”, sondern schon so etwas wie: “wo würde ich heute mal gerne hingehen?”.

Da müssen sich noch viele Prioritäten verschieben, bis daraus etwas wird…