Archive for the ‘deutsch’ Category

Stecker raus

Donnerstag, November 15th, 2012

München sollte öfter mal ohne Strom dastehen. Ich kann mich nicht erinnern, dass die Autos schon jemals dermaßen zivilisiert durch die Stadt gefahren sind.

PyCon-DE 2011

Mittwoch, Oktober 12th, 2011

Die erste PyCon-DE überhaupt ist zu Ende gegangen. Sie war ein Riesenerfolg, sowohl für mich selbst als auch nach allem, was ich so von den anderen Teilnehmern gehört habe. Etliche interessante Vorträge aus unterschiedlichsten Bereichen, eine Menge Leute die ich entweder gerne wieder getroffen habe, immer schon mal treffen wollte, oder mit denen ich noch nie etwas zu tun aber nun einige interessante Diskussionen hatte. Die ganze Organisation lief wie am Schnürchen und sogar das Essen war ebenso gut wie abwechslungsreich.

Eines der wichtigsten Ergebnisse der Konferenz war die Gründung des Python Software Verband e.V. als Nachfolger der ehemals Zope-spezifischen DZUG. Die Neuausrichtung wird es wesentlich erleichtern, die deutschsprachige Python-Gemeinde unter ein gemeinsames Dach zu bringen, und die Python-Lobby in Deutschland, Österreich und der Schweiz zu verbessern.

Ich selbst habe zwei Vorträge über Cython und lxml gehalten, sowie ein Tutorial zu Cython. Alle wurden mit großem Interesse aufgenommen (wobei ich noch auf die konkreten Rückmeldungen zum Tutorial warte) und gaben Anlass zu einigen interessanten Diskussionen. Cython und lxml sind weiterhin zwei Best-of-Breed Tools, und große Themen in der Python-Gemeinde. Besonders lxml hat mir einiges an Schulterklopfen dafür eingebracht, dass ich es in den letzten Jahren zu dem einen großen XML-Tool für Python gemacht habe. Paul Everitt, der eine Keynote hielt und den ich eigentlich immer schon mal treffen wollte (hiermit passiert), hat sogar mitten in seinem Vortrag eine Riesenfolie aufgelegt, auf der nur zwei Namen standen - Martijn Faassen (der mit lxml angefangen hat) und ich. Werde ich also doch noch berühmt auf meine alten Tage …

Einige Zeit habe ich mit Kay Hayen diskutiert, der an einem statischen Python-Compiler namens Nuitka schreibt. Wenig überraschend stand er dabei vor etlichen der Probleme, in die wir auch mit Cython gelaufen sind. Er hat Recht damit, dass ich nicht gänzlich froh darüber bin, dass er ein separates Projekt begonnen hat anstatt uns mit Cython zu helfen, aber so ist OpenSource nun einmal. Jede/r hat das Recht, so viele Räder zu erfinden wie es Spaß macht. Soweit ich es verstehe, strebt Kay mit Nuitka eine Untermenge von dem an was wir aus Cython machen, aber kommt dabei von der anderen Seite. Cython war früher nur eine Erweiterungssprache und entwickelt sich nun zusätzlich zu einem vollwertigen Python-Compiler, wohingegen Nuitka einzig und allein die Nische des Python-Compilers füllen soll. Aber bisher hat Kay schon dabei einiges an Chuzpe und Durchhaltevermögen bewiesen, da warten vielleicht noch ein paar Überraschungen…

Es war interessant, einige Vorträge zu Themen zu sehen, mit denen sich auch mein Arbeitgeber herumschlägt - nur eben mit Python statt mit Java. So arbeitet beispielsweise eine interne Abteilung bei SAP an einer Web-basierten Client-Infrastruktur für SAP-Systeme in Python, inklusive Objekt-nach-SAP Mapper (ähnlich einem ORM), Offline-Caching-Mechanismen und so weiter. Im Vortrag sah es ganz so aus als könnte sich das allgemein als interessant für SAP-Clients erweisen, auch ganz unabhängig von Web-Anwendungen. Und es könnte bald schon OpenSource sein…

Ein weiterer Vortrag, bei dem ich mich gleich heimisch gefühlt habe, handelte von PyTAF, einem grafischen Framework zur Anwendungsintegration. Es wird intern bei der LBBW in Stuttgart entwickelt und erreicht mehr oder weniger das, was wir in Java machen. Darüber hinaus hat es ein GUI mit dem Datenintegrationsprozesse grafisch zusammengesetzt werden können, und es ist in Python geschrieben, was bei dieser Art von Software ein ernst zu nehmender Vorteil ist. Übrigens verwendet es intern lxml.objectify zur Datenverarbeitung - eine sehr gute Wahl :)

Die PyCon-DE im nächsten Jahr könnte ruhig wieder am selben Ort stattfinden. So gut, wie die diesjährige funktioniert hat, gibt es eigentlich keinen Grund zu wechseln. Obwohl sowas wie Berlin natürlich auch immer eine Reise wert ist …

PyCon-DE 2011

Freitag, Juli 1st, 2011

Die PyCon-DE wird die erste, große Python Konferenz in Deutschland. Na endlich. Und: es werden noch Vorträge angenommen!

Spaß mit Xalan 2.7.1

Mittwoch, November 10th, 2010

Wenn ich ein XSL Stylesheet per <xsl:message> abbrechen lasse (was auch immer das mit einer Nachricht zu tun hat, aber gut…), dann schmeißt Xalan die Exception hier:

javax.xml.transform.TransformerException: Formatvorlage hat die Beendigung übertragen.

Da hat mal wieder jemand echt nachgedacht beim Übersetzen.

Stuttgart 21

Freitag, Oktober 8th, 2010

Das sogenannte “Stuttgart 21″ Projekt genießt ja inzwischen einiges an Medienbeachtung. Beachtlich finde ich daran aber vor allem, was für grobe und offensichtliche Fehler die Entscheider dabei gemacht haben. So wurden zuerst einmal zwei Projekte zu einem vermischt, die eigentlich nichts miteinander zu tun haben: auf der einen Seite ein neuer Bahnhof für Stuttgart, zusammen mit wesentlichen Änderungen an der städtischen Schienenverkehrsführung, auf der anderen Seite ein Neubau der Bahnstrecke Wendlingen-Ulm. Wahrscheinlich waren die Gründe dafür, dass für das eine ohne das andere nicht so leicht Gelder aufzutreiben gewesen wären. Bike-Shedding eben. Schließlich ist es leichter, ein Bauprojekt “unvorhergesehen” teurer werden zu lassen, wenn erstmal genügend Beteiligte mit im Boot sitzen - hier z.B. der Bund, das Land BW, die Stadt Stuttgart und die EU. Allerdings hat diese Verquickung auch gleichzeitig noch ein gigantisches Pulverfass mit eingekauft, das in den letzten Monaten hochgegangen ist.

Der nächste Fehler findet sich dann in den Verträgen. Da die Entscheider anscheinend jegliche Rückzugsklauseln vergessen (?) haben, bedeutet ein möglicher Abbruch des Baus nun einen Vertragsbruch, der entsprechend teuer zu bezahlen ist. Mit einem geschätzten Achtel der Kosten natürlich immer noch wesentlich günstiger als der Bau selbst, aber alles andere als kostengünstig. Unterm Strich würde ein Vertragsbruch und eine Beschränkung auf die Neubaustrecke Wendlingen-Ulm jedoch immer noch einige Milliarden Euro einsparen, ohne ernsthafte Nachteile mit sich zu bringen.

Und der dritte große Fehler ist die Außenkommunikation. Nur wenige sind dafür geschaffen, so resolut Probleme auszusitzen wie ein Helmut Kohl. Aber zur Schau getragene Ignoranz gegenüber einem realen Pulverfass verhindert eben doch nicht, dass dieses hochgeht. Dass die Stadt Stuttgart nun nach einem Kommunikationshelfer sucht, ist da eher ein Lacher am Rande. Daran hätte eher das Land BW Bedarf gehabt, und zwar vor etlichen Jahren. Die Außenkommunikation wirkte dermaßen arrogant gegenüber den Projektgegnern, dass sie praktisch keinen anderen Ausweg mehr zuließ als den zur Eskalation.

Ein ganzer Haufen selbst eingebrockter Süppchen also. Wenn es gut läuft, wird nur die Neubaustrecke vollendet, mit einem Vertragsbruchkostenzusatz von vielleicht einer Milliarde Euro und möglichen weiteren Kosten, da die Finanzierung neu aufgeteilt werden muss und sich die Stadt Stuttgart daraus wahrscheinlich zurückzieht. Vielleicht wird auch gar nichts gebaut, weil die Finanzierung in sich zusammen bricht, da sie plötzlich mit realistischeren Zahlen operieren muss als zur Zeit der ursprünglichen Entscheidung. Vielleicht bleibt ja auch alles beim Alten und die Bevölkerung in BW besinnt sich darauf, dass das bisschen Aufregung um ein paar Milliarden Euro mehr oder weniger noch lange nicht die Gefährdungen eines demokratischen Regierungswechsels rechtfertigt. Wer weiß. Aber vielleicht, ja, vielleicht lernt ja auch mal jemand etwas daraus.

Fremdsporteln

Samstag, Juli 3rd, 2010

Heute ist wieder Fremdballern bei der Gruppensportschau angesagt. Die Schlaueren unter uns nennen’’s einfach beim richtigen Namen: autofreier Samstag.

Mama Merkels kleiner Wulff

Donnerstag, Juli 1st, 2010

Christian-ich-werde-erst-Ministerpräsident-wenn-Schröder-weg-ist-Wulff ist jetzt Christian-ich-werde-erst-Bundespräsident-wenn-Mami-es-will-Wulff. Schön für das System Merkel, dass sich wieder einmal gegen alle Vernunft durchgesetzt hat. Schlecht für das höchste Amt im Staate, das so wieder einmal zu einem Spielball reiner Machtspielchen verkommt. Einen Vorteil hat die ganze Provinzposse aber: ein klareres Argument dafür, die Bundespräsidenten in Zukunft vom Volke wählen zu lassen, gibt es nicht.

Baustelle Kopf

Freitag, Juni 18th, 2010

Unter diesem Titel schrieb der Wissensteil der Süddeutschen Zeitung heute über eine “Studie an erwachsenen Mäusen”:

Dann wurde ein Glasfenster im Schädeldach eingeklebt. So konnten die Forscher mit einem Spezial-Mikroskop an den lebenden Mäusen beobachten, wie sich das Netzwerk ihrer Nervenzellen verändert, als sie ihnen in den folgenden Wochen nach und nach die Schnurrhaare ausrissen und somit den Informationsfluss zum Gehirn unterbrachen.

Klingt wirklich nach einer ganz schön großen Baustelle im Kopf dieser Forscher. Könnte da mal bitte jemand die Bauaufsicht benachrichtigen? Danke.