Gesellschaft zum Wegwerfen


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Frühstück im Hotel. Um mich herum alles voll mit mollig geformten Männern mittleren Alters, die stolz den selbst am Buffet gejagten Schinken auf einem See von Rührei über die ganze weite Strecke bis zu ihrem Platz schleppen. Frühsport kann eben nicht anstrengend genug sein, das dürfen andere ruhig sehen.

Neben mir zwei Frauen, vielleicht aus Südamerika, vielleicht arabisch. Unter der zentimeterdicken Schminkschicht nicht mehr zu unterscheiden. Vielleicht eher arabisch, Sprache klingt nicht nach Spanisch oder Portugiesisch, auch wenn das vielleicht nichts heißt. Vorher schon beiden beim Brottisch begegnet. Eine schaut verächtlich auf die ausgelegten Brote und Brötchen, greift dann in die Plastikware, nimmt je zwei eingeschweiste Päckchen von allem: Brandt-Zwieback, Pumpernickel, Knäckebrot. Pro Packung zwei Scheiben. Der Teller dazu wird mit Eiern, Quark und Gurke gefüllt.

Dann, am Platz, ein Probieren des Rühreis, offensichtlicher Mangel an Geschmackserlebnis. Mit viel Quark drauf werden ein paar Bissen Zwieback mit einem Löffelchen Rührei runtergewürgt, dann geht der ganze Teller per Bedienung in den Müll. Oben drauf schnell noch ein intaktes gekochtes Ei der zweiten Frau. Das war wohl nur unabsichtlich auf deren Teller gelandet, denn jetzt geht sie los und kommt mit einem fertig gepellten und geschnittenen Ei wieder. Klar, wäre ja auch viel zu viel Aufwand gewesen, das selbst zu öffnen, wozu gibt es schließlich Bedienstete.

Ich bin fertig mit diesem Frühstück.